Pestalozzi-Oberschule

Neusalza-Spremberg

Die Preisjäger von der Mittelschule

NEUSALZA-SPREMBERG

Von Romy Kühr

Die Pestalozzischule heimst einen Preis nach dem anderen ein. Dafür opfern die Schüler auch schon mal ihre Freizeit.

Mittelschule Neusalza-Spremberg

Foto: Steffen Scholz

 

Die Schüler der Chorleitung der Pestalozzi-Mittelschule Neusalza-Spremberg inszenierten ihr Weihnachtsprogramm. Nun hoffen sie auf einen Preis.

Jugendliche, die gerne in die Schule gehen und das auch noch in ihrer Freizeit? „Ja, wir kommen sogar manchmal in den Ferien oder am Wochenende in die Schule“, erzählt Belinda Hempel. Sie ist Schulsprecherin und hat selbst an der Weihnachtsshow mitgewirkt, die die Schule jährlich organisiert. 100Kinder sind mittlerweile beteiligt, zuletzt waren 800Zuschauer zu Gast. Belinda und ihre Klassenkameradin Annabelle haben gemeinsam mit der Musiklehrerin die Geschichte dazu geschrieben. Das war eine Menge Arbeit, weswegen auch die Freizeit dafür gebraucht wurde. „Aber es ist ja eine schöne Arbeit“, sagt die 15-Jährige Belinda voller Überzeugung. Die hat sich sogar bezahlt gemacht. Die Weihnachtsshow der Schule wurde jetzt ausgezeichnet. 500Euro bekam die Schule von der psd-Bank. Die hatte den Wettbewerb „Ideen machen Schule“ ausgerufen. Neusalza-Spremberg kam unter die besten sieben und erhielt ein Preisgeld.

Der jüngste Clou: Die Pestalozzimittelschule ist für den Sächsischen Schulpreis 2012 nominiert. Sie gehört zu den zehn Schulen, die in der engeren Auswahl sind und nun von Juroren unter die Lupe genommen werden. Der 1.Preis ist mit 3000Euro dotiert, drei weitere Gewinner erhalten je 500Euro. Gesucht wurden Schulen, die sich mit einem herausragenden Projekt ein besonderes Gesicht geben. „Das trifft genau auf uns zu“, sagt Astrid Seibt, die Direktorin der Neusalza-Spremberger Mittelschule. Wieder will die Einrichtung mit ihrer Weihnachtsshow punkten. „Solche Ausschreibungen gibt es zuhauf“, sagt Frau Seibt. „Sie werden an alle Schulen verschickt.“ Sie ist stolz auf die engagierte Arbeit ihrer Fachlehrer, die mit ihren Projekten an den Ausschreibungen teilnehmen. So kann sich die Schule unter anderem mit Titeln wie „Partner der Wirtschaft“, „Starke Schule“ oder „Schule mit Idee“ schmücken. „Solche Auszeichnungen sind eine Ehrung für die Arbeit unserer Schüler und Lehrer“, sagt die Direktorin. „Sie fördern das Miteinander.“

Sie setzt darauf, dass jeder Schüler – egal, welche Talente er hat – diese unter Beweis stellen kann. Dazu gibt es auch allerhand schulinterne Wettbewerbe. In den Naturwissenschaften ist das der Kopfrechenwettbewerb, im Sport wird in jedem Schuljahr die sportlichste Klasse gewählt. Die Wettkämpfe dazu finden immer in der Freizeit statt. Die Lesescouts nehmen regelmäßig am Vorlesewettbewerb des deutschen Buchhandels teil, die Sprachbegabten am „Challenge Day“, einem europaweiten Wettstreit. „Da viele dieser Aktionen klassenübergreifend sind, helfen sich die Schüler untereinander“, hat Astrid Seibt beobachtet. Das stärke das Zusammengehörigkeitsgefühl und die Noten verbessern sich nebenbei auch. „Außerdem ist das gut für‘s Schulklima.“

Auch Belinda ist glücklich, dass sie sich für die Mittelschule in ihrem Heimatort entschieden hat. Ihr gefällt besonders, dass es eine tolle Zusammenarbeit von Eltern, Schülern und Lehrern gebe. „Probleme werden nicht totgeschwiegen, sondern nach Lösungen gesucht.“ Als Schulsprecherin hat sie selbst einen Anteil daran. Sie ist unter anderem Ansprechpartnerin für Jüngere, die sich nicht trauen, mit ihren Problemen zum Beispiel einen Lehrer anzusprechen. Dass das und die vielen Projekte zusätzliche Arbeit und Zeit in der Schule bedeuten, macht ihr nichts aus. „Man fühlt sich doch geehrt, wenn die Schule dafür einen Preis bekommt. Und man ist stolz, gerade auf diese Schule zu gehen.“

Das gewonnene Geld, das bei den Auszeichnungen herausspringt, kann die Mittelschule in neue Projekte stecken. So wird sie von dem Preisgeld in Höhe von 500Euro für die Weihnachtsshow Kostüme für die Tanzgruppe kaufen. Darin treten die Mädchen zum Genussmarkt auf, der im Juni in Neusalza-Spremberg stattfindet. (SZ)

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