Pestalozzi-Oberschule

Neusalza-Spremberg

Schulchor steht mit Rockern auf der Bühne (mit Fotos)

Von Romy Kühr

Der Schulchor „Kommando Ohrwurm" trat am Sonnabend mit echten Rockstars im OKV auf – vor ausverkauftem Haus. Andrea Loschke ermuntert ihre Chorschüler. „Lächeln", flüstert sie den Jungs und Mädchen zu. Denen ist aber gar nicht zum Lachen zumute. Etwas schüchtern, beinahe ehrfürchtig stehen sie am späten Sonnabendnachmittag im großen Saal vor der Bühne im Oberlausitzer Konzert- und Veranstaltungshaus (OKV) in Ebersbach.

Oben auf der Bühne stehen vier Männer und eine Frau, bei denen von Lampenfieber nichts zu merken ist. Die Band „Echoes" macht für ihr Konzert am Abend den Soundcheck. Sie spielen die Musik der legendären Rockband „Pink Floyd" und mit ihnen sollen die 16 Jungen und Mädchen am Abend auf der Bühne gemeinsam singen. Die Kids gehören zum Schulchor der Pestalozzischule Neusalza-Spremberg, der sich „Kommando Ohrwurm" nennt.

Andrea Loschke, ihre Chorleiterin, hatte ganz kurzfristig drei Tage vor den Osterferien erfahren, dass OKV-Betreiber Renée Jannasch einen Kinder- und Jugendchor aus der Region sucht, der die Band beim Welthit „The Wall" live begleitet. „Kollegen legten mir einen Zeitungsartikel auf den Tisch", erzählt die Musiklehrerin. „Noch in der Nacht habe ich eine E-Mail geschrieben."

Renée Jannasch folgte der Einladung des Chors und sah sich eine Probe in der Mittelschule an. Schnell stand fest: Das wird was. „Ich habe mit der Schülerchorleitung beraten, ob wir das so kurzfristig schaffen", erzählt Musiklehrerin Loschke. „Es ist zwar viel zusätzliche Arbeit und das so kurz vor den Ferien, aber alle waren sich einig: Da machen wir mit."

Obwohl Pink Floyd für die Zehn- bis 16-Jährigen Chormitglieder Geschichte ist, haben sie schnell verstanden, dass dieser Live-Auftritt für sie eine große Chance und Herausforderung ist. Sieben Chöre aus der Region hatten sich bei Renée Jannasch beworben, „Kommando Ohrwurm" machte das Rennen.

Das Konzertmanagement stellte eine Demo-CD zur Verfügung. „Drei Tage vor den Ferien haben wir angefangen zu proben", erzählt Andrea Loschke. 16 Mädchen und Jungen hat sie für den großen Auftritt am Sonnabend aus dem 60 Mann starken Schulchor „gecastet". Natürlich sei es schwer gewesen, den anderen zu sagen, dass sie nicht dabei sind. Aber die Vorgabe war, dass nur 16 Kinder mitsingen können. Die „Auserwählten" haben mittlerweile fast eine Stunde auf ihre Probe gewartet. „So ist das eben mit echten Künstlern", scherzt die Musiklehrerin.

Doch dann ist es endlich so weit. Die Kinder dürfen auf die Bühne. In Vierergruppen stellen sie sich um das Mikro. „Ihr müsst also alle so nah wie möglich ran", erklären die „Echoes"-Musiker. „Und es ist keineswegs verboten, sich zu bewegen." Das ist leichter gesagt als getan. Die Aufregung steht den Jugendlichen förmlich ins Gesicht geschrieben. Während die kleineren Jungs zum eingängigen Rhythmus von „The Wall" richtig mitrocken, stehen die größeren Mädchen noch etwas verloren da. Das gibt Manöver-Kritik von Eventmanager Kai Thiele, der die Tour der „Echoes" organisiert. Und auch Musiklehrerin Loschke springt vor der Bühne auf und ab, versucht ihre Schützlinge zu motivieren.

Kai Thiele hat das schon öfter durch. Mehrmals hat er zu „Echoes"-Konzerten regionale Chöre dabei gehabt. „Im Original wurde Pink Floyd ja auch von einem Kinderchor begleitet", erklärt er. „Das kommt gut an und wir haben es immer hinbekommen." Das Rezept geht auch in Ebersbach auf. Nicht nur die Band, auch der Schulchor wird beim Live-Auftritt am Abend umjubelt. OKV-Chef Jannasch ist zufrieden. „Das Haus war ausverkauft, die Stimmung super."

Sowohl beim Chor als auch bei Renée Jannasch stehen nun nach dem aufregenden Wochenende die nächsten Projekte an. „Kommando Ohrwurm" bereitet sich jetzt auf seine nächsten Auftritte vor. So werden sie bei „Schulen musizieren" in Löbau zur Landesgartenschau mitmachen. Außerdem ist der Chor mit seiner großen Weihnachtsshow für den Sächsischen Schulpreis nominiert. Eine Entscheidung dazu wird im Mai fallen und die Neusalza-Spremberger hoffen auf eine Auszeichnung.

Renée Jannasch bereitet sich derweil auf weitere Showgrößen vor, die in diesem Jahr noch im OKV auftreten werden. So hat er jetzt die Zusage bekommen, dass „Saga" im Oktober ihre Tour mit einem Konzert bei ihm in Ebersbach starten werden. Nach fünf Jahren, die er das OKV – das frühere Speisehaus – führt, ist es nun vollständig ausgebaut und renoviert. Zuletzt wurde im Obergeschoss eine Lounge eröffnet. Hier können kleinere Konzerte und Kabarett mit bis zu 150 Zuschauern stattfinden.

Quelle: SZ-Online,16.04.2012

Fotos vom Konzert: Copyright by Frank Petzold

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Schulchor steht mit Rockern auf der Bühne
Von Romy Kühr
Der Schulchor „Kommando Ohrwurm“ trat am Sonnabend mit echten Rockstars im OKV auf – vor
ausverkauftem Haus.
Andrea Loschke ermuntert ihre Chorschüler. „Lächeln“, flüstert sie den Jungs und Mädchen zu. Denen ist aber gar
nicht zum Lachen zumute. Etwas schüchtern, beinahe ehrfürchtig stehen sie am späten Sonnabendnachmittag im
großen Saal vor der Bühne im Oberlausitzer Konzert- und Veranstaltungshaus (OKV) in Ebersbach. Oben auf der
Bühne stehen vier Männer und eine Frau, bei denen von Lampenfieber nichts zu merken ist. Die Band „Echoes“
macht für ihr Konzert am Abend den Soundcheck. Sie spielen die Musik der legendären Rockband „Pink Floyd“ und
mit ihnen sollen die 16 Jungen und Mädchen am Abend auf der Bühne gemeinsam singen.
Die Kids gehören zum Schulchor der Pestalozzischule Neusalza-Spremberg, der sich „Kommando Ohrwurm“ nennt.
Andrea Loschke, ihre Chorleiterin, hatte ganz kurzfristig drei Tage vor den Osterferien erfahren, dass
OKV-Betreiber Renée Jannasch einen Kinder- und Jugendchor aus der Region sucht, der die Band beim Welthit
„The Wall“ live begleitet. „Kollegen legten mir einen Zeitungsartikel auf den Tisch“, erzählt die Musiklehrerin.
„Noch in der Nacht habe ich eine E-Mail geschrieben.“
Renée Jannasch folgte der Einladung des Chors und sah sich eine Probe in der Mittelschule an. Schnell stand
fest: Das wird was. „Ich habe mit der Schülerchorleitung beraten, ob wir das so kurzfristig schaffen“, erzählt
Musiklehrerin Loschke. „Es ist zwar viel zusätzliche Arbeit und das so kurz vor den Ferien, aber alle waren sich
einig: Da machen wir mit.“ Obwohl Pink Floyd für die Zehn- bis 16-Jährigen Chormitglieder Geschichte ist, haben
sie schnell verstanden, dass dieser Live-Auftritt für sie eine große Chance und Herausforderung ist. Sieben Chöre
aus der Region hatten sich bei Renée Jannasch beworben, „Kommando Ohrwurm“ machte das Rennen.
Das Konzertmanagement stellte eine Demo-CD zur Verfügung. „Drei Tage vor den Ferien haben wir angefangen zu
proben“, erzählt Andrea Loschke. 16 Mädchen und Jungen hat sie für den großen Auftritt am Sonnabend aus dem
60 Mann starken Schulchor „gecastet“. Natürlich sei es schwer gewesen, den anderen zu sagen, dass sie nicht
dabei sind. Aber die Vorgabe war, dass nur 16 Kinder mitsingen können.
Die „Auserwählten“ haben mittlerweile fast eine Stunde auf ihre Probe gewartet. „So ist das eben mit echten
Künstlern“, scherzt die Musiklehrerin. Doch dann ist es endlich so weit. Die Kinder dürfen auf die Bühne. In
Vierergruppen stellen sie sich um das Mikro. „Ihr müsst also alle so nah wie möglich ran“, erklären die
„Echoes“-Musiker. „Und es ist keineswegs verboten, sich zu bewegen.“
Das ist leichter gesagt als getan. Die Aufregung steht den Jugendlichen förmlich ins Gesicht geschrieben.
Während die kleineren Jungs zum eingängigen Rhythmus von „The Wall“ richtig mitrocken, stehen die größeren
Mädchen noch etwas verloren da. Das gibt Manöver-Kritik von Eventmanager Kai Thiele, der die Tour der „Echoes“
organisiert. Und auch Musiklehrerin Loschke springt vor der Bühne auf und ab, versucht ihre Schützlinge zu
motivieren.
Kai Thiele hat das schon öfter durch. Mehrmals hat er zu „Echoes“-Konzerten regionale Chöre dabei gehabt. „Im
Original wurde Pink Floyd ja auch von einem Kinderchor begleitet“, erklärt er. „Das kommt gut an und wir haben
es immer hinbekommen.“ Das Rezept geht auch in Ebersbach auf. Nicht nur die Band, auch der Schulchor wird
beim Live-Auftritt am Abend umjubelt. OKV-Chef Jannasch ist zufrieden. „Das Haus war ausverkauft, die
Stimmung super.“
Sowohl beim Chor als auch bei Renée Jannasch stehen nun nach dem aufregenden Wochenende die nächsten
Projekte an. „Kommando Ohrwurm“ bereitet sich jetzt auf seine nächsten Auftritte vor. So werden sie bei
„Schulen musizieren“ in Löbau zur Landesgartenschau mitmachen. Außerdem ist der Chor mit seiner großen
Weihnachtsshow für den Sächsischen Schulpreis nominiert. Eine Entscheidung dazu wird im Mai fallen und die
Neusalza-Spremberger hoffen auf eine Auszeichnung.
Renée Jannasch bereitet sich derweil auf weitere Showgrößen vor, die in diesem Jahr noch im OKV auftreten
werden. So hat er jetzt die Zusage bekommen, dass „Saga“ im Oktober ihre Tour mit einem Konzert bei ihm in
Ebersbach starten werden. Nach fünf Jahren, die er das OKV – das frühere Speisehaus – führt, ist es nun
vollständig ausgebaut und renoviert. Zuletzt wurde im Obergeschoss eine Lounge eröffnet. Hier können kleinere
Konzerte und Kabarett mit bis zu 150 Zuschauern stattfinden.
www.okv-online.de
www.mittelschule.info
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